"Du kannst so rasch sinken, daß du zu fliegen meinst."
Marie von Ebner-Eschenbach

Segelfliegen mit dem Airbus

Diese Nacht haben sich die 293 Passagiere des Transatlantikfluges von Toronto nach Lissabon sicher anders vorgestellt. Der mit gut 48 Tonnen Kerosin in Canada gestartete Airbus A330 der Air Transat verlor durch einen Leck an den zuvor reparierten Triebwerken so dermaßen viel Flugsaft, daß die Crew nach der hälfte der Flugzeit in 12 Kilometern Höhe feststellen musste: “Tank leer – Flughafen weit weg”.

Kurz aufeinander setzten beide Triebwerke aus. Spätestens jetzt reagierten auch die Passagiere auf die sich anbahnende Katastophe. Kein Wunder, fielen ihnen doch die Sauerstoffmasken entgegen, was auch noch fiel, war der Kabinendruck. Die Notbeleuchtung schaltete sich ein. Der besonnen reagierende Kapitän entschloss sich zu einer Notlandung, wenn nötig auch auf dem Wasser.
In bewundernswerter Manier steuerte der Pilot das Flugzeug so gut wie blind, die Bordsysteme waren ausgefallen, wie ein gigantisches Segelflugzeug zu dem gut 120 Kilometer entfernten Militärflughafen Lajes auf der Azoreninsel Terceira, auf dem er mit brennenden Reifen und ohne Bremshilfe nach 19 Minuten sicher zum stehen kam. Wie durch ein Wunder verliessen die zum Teil leicht verletzten Passagiere sicher den fliegenden Sarg.

Quelle: archiv.tagesspiegel.de

Artikel die Sie auch interessieren könnten: Tags: , , , , , ,

Leave a Reply