"Die Raupe, die vom Fliegen weiß, ist noch kein Schmetterling."
Henning Sabo

Air France Flug 296

Flug 296 gelangte im Rahmen einer Flugshow in Habsheim zu trauriger Berühmtheit: Geplant war ein Überflug des Airbus A320 mit ausgefahrenem Fahrwerk in geringer Höhe und Geschwindigkeit, jedoch gab es dabei offenbar Probleme mit der Triebwerkssteuerung als auch Probleme mit dem Höhenmesser. Das Resultat war ein Überflug in 10m Höhe anstatt der geplanten 30m und als Folge davon traf die Maschine auf einen nahegelegenen Wald und ging nieder. Versuche die Maschine durchzustarten schlugen fehl. Wie durch ein Wunder überlebten 133 Insassen, 3 Passagiere verloren ihr Leben.

Es war zu dieser Zeit der erste Absturz eines Airbus A320 und es handelte sich bei diesem Flugzeug ausgerechnet um eins der neu eingeführten Fly-by-Wire Modelle, das heißt computergestützte Flugkontrolle – ein System was sich inzwischen voll und ganz durchgesetzt hat. Einen Monat vor dem Unglück brachte Airbus zwei sogenannte OEB’s (Operational Engineering Bulletin) heraus, mittels dessen Fluggesellschaften über bekannte Probleme bei diesem Flugzeugtyp informiert wurden. Laut Wikipedia.com wurden diese Warnungen von Air France erhalten, jedoch nicht an die Piloten weitergereicht. Dummerweise behandelten diese beiden Bulletins genau die Probleme mit denen Flugkapitän Asseline zu kämpfen hatte:

  • OEB 19/1: Triebwerk reagiert in geringer Höhe u.U. nicht auf das Schubsignal
  • OEB06/2: Der Höhenmesser arbeitet nicht immer korrekt

Nach Aussagen der Flugcrew zeigte der Höhenmesser beim Überflug 30m an. Beim Versuch durchzustarten, nehmen die Triebwerk das Schubsignal nicht an. Im mitgefilmten Absturz ist das viel zu späte Aufheulen der Turbinen deutlich zu vernehmen.

Obwohl die beiden Herstellerhinweise die Aussagen von Flugkapitän Asseline bestätigten, wurde er wegen fahrlässiger Tötung zu 6 Monaten Gefängnis und 12 Monate Bewährung verurteilt. Besonders prekär in diesem Fall ist auch die Annahme, das die Aufzeichnungen des Voice- und Datarekorders manipuliert wurden: Insgesamt 8 Sekunden der Aufnahmen fehlten, dazu gehörten auch die 4 Sekunden kurz vor dem Aufschlag. Laut französischem Recht, dürfen die Flugschreiber nur von der Polizei geborgen und aufbewahrt werden, diese hat die Rekorder aber erst nach 10 Tagen von der französischen Zivilluftfahrtbehörde erhalten.

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Quelle: wikipedia.com

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