Entführung des Ethiopian Airlines Flug 961
Kurz vor Eintritt in den kenianischen Luftraum stürmen drei Männer äthiopischer Herkunft das Cockpit der Boeing 767-260ER und übernehmen, bewaffnet mit einer Feueraxt und einem Feuerlöscher, die Kontrolle über das Flugzeug und drohen dieses zu sprengen. Über Bordsprechanlage erklären sie das sie Gegner der äthiopischen Regierung sind, Asyl suchen und zudem gerade aus einem Gefängnis entlassen wurden. Die drei Entführer wurden später als unerfahren, psychisch labil und wie betrunken beschrieben und dieser Eindruck bestätigt sich, wenn man den weiteren Hergang dieser Entführung betrachtet …
Als neues Reiseziel wurde Australien bestimmt, Problem hierbei war jedoch das die Maschine bei weitem nicht genug Kerosin für einen solchen Flug mit sich führte. Die Entführer glaubten dem Piloten Zeul Abate jedoch nicht und zwangen ihn zum Weiterflug – anstatt jedoch Richtung Australien zu fliegen, steuerte er die Maschine zuerst unbemerkt entlang der afrikanischen Küste . Irgendwann fiel den drei Entführern auf, das immer noch Land in Sicht war und drängten Abate Richtung Osten abzudrehen. Auch hier reagierte der Flugkapitän geistesgegenwärtig und steuerte unbemerkt Richtung Madagaskar um so ggf. noch einen sicheren Flughafen erreichen zu können.
Als die Boeing 767 die Inselgruppe mit denkbar wenig Treibstoff erreichte, bemerkten die Entführer erneut das sie sich nicht auf dem vorgeschriebenem Kurs befanden und bedrohten den Piloten massiv. Alle Warnungen der Flugcrew bzgl. des Treibstoffmangels wurden ignoriert und so kam es, wie es kommen mußte: Das erste Triebwerke verstummte und der Kapitän forderte über die Bordsprechanlage alle Passagiere auf, die Schwimmwesten anzulegen. Kurz danach – die Boeing beginnt bereits zu schwanken und zu sinken – folgt die zweite Mitteilung, inder alle aufgefordert wurden sich auf eine harte Landung vorzubereiten und die Sicherheitspositionen einzunehmen.
Minuten später ist das gesamte Kerosin verbraucht, alle Triebwerke sind verstummt und der Gleitflug beginnt. Mit Hilfe einer Ram Air Turbine werden die wichtigsten Systeme weiterhin mit Strom versorgt, sodaß die Maschine einigermassen navigierbar bleibt. Dank der geistesgegenwärtigen Reaktion des Kapitäns, wäre es jetzt noch möglich gewesen auf dem Flughafen Grande Comoro notzulanden jedoch zeigten die Entführer wenig Verständnis für die aktuelle Lage: Es kommt zu einem Gerangel im Cockpit, der Pilot verliert die Orientierung und es bleibt ihm nichts anderes übrig 500m vor dem Le Galawa Beach notzuwassern. Ein Touristen-Paar filmt das ganze:
Mit über 320 km/h versucht Leul Abate die Maschine auf dem Wasser sicher zu landen, jedoch berührt die linke Tragfläche die Wasseroberfläche und die Boeing überschlägt sich. 125 der 175 Menschen an Bord sterben, darunter auch die drei Entführer. Es wird vermutet, das mehr Menschen überlebt hätten, wenn sie ihre Schwimmwesten nicht bereits im Flugzeug aufgeblasen hätten.
Der vermeintliche Sprengsatz der drei Entführer stellte sich bei den Untersuchung als angedeckte Likörflasche heraus. Abate und sein Co-Pilot Yonas Merkuria erhielten Flieger-Auszeichnungen und beide sind noch heute im Dienst der Ethiopian Airlines.
Quelle: wikipedia.de
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