In den Tod gerutscht
Starker Regen und eine nasse Landebahn sorgten für das größte Flugzeugunglück in der Geschichte Brasiliens. Die Piloten des Airbus A320 der TAM Airlines schafften es nicht die Maschine auf der sehr kurzen Landebahn des Flughafen Congonhas von Sao Paolo zum Stehen zu bringen und versuchten laut Augenzeugen in letzter Sekunde durchzustarten. Aber sie gewannen nicht mehr schnell genug an Höhe – die Maschine schoß über die Landebahn hinaus, überquerte eine Autobahn und raste in ein Frachtlager das direkt an ein Treibstoffdepot grenzte. Die Maschine bohrte sich bis zum Heck in die Gebäude und explodierte zusammen mit den Treibstfoffdepots in einem Flammenball – es gilt als sicher das es keine Überlebenden gab. Die genaue Opferzahl ist zur Zeit nicht bekannt, da es keine genauen Angaben darüber gibt, wieviel Menschen sich zusätzlich in den Gebäuden aufgehalten haben. Glück im Unglück hatten einige der Autofahrer die in der RushHour im Stau auf der Autobahn standen – durch das Durchstart-Manöver überflog die Maschine den Stau.
Normalerweise berichten wir nicht über aktuelle Ereignisse, da sich die Berichte in der Regel mit Mutmaßungen übertreffen bzw. alle auf den gleichen Tickermeldungen aufbauen und es immer besser ist, die Untersuchungsberichte abzuwarten. In diesem Fall jedoch scheint es eine klare Ursache zu geben: Es fehlten in der frisch betonierten und gerade erst freigegebenen Landebahn des Flughafens von Sao Paolo Rillen (sog. Grooving), die dafür sorgen das das Wasser abfließen kann und die Maschinen beim Bremsvorgang mehr Grip haben. Laut Flugsicherungsstelle war die Landebahn ausreichend für die trockenen Wintermonate, allerdings war bereits Tage zuvor kurz nach der Freigabe der neuen Bahn eine Maschine der Pantanal Airlines bei Regen fast über die Landebahn hinausgeschoßen.
Ein Richter hatte zuvor in einem Urteil die Landung großer Maschinen aufgrund der zu knapp bemessenen Landebahn verboten. Dieses Urteil wurde jedoch wieder aufgehoben.
Quelle: spiegel.de, aero.de
[Update 20.07.07]: Nach aktuellen Berichten hatte der Airbus Probleme mit dem Umkehrschub am rechten Triebwerk. Nach Aussagen des Technik-Chefs von TAM sind diese Probleme bereits seit Freitag bekannt gewesen. Laut Technikhandbuch von Airbus handelt es sich bei dem Defekt jedoch nicht um ein schwerwiegendes Problem und die Maschine könne bis zu 10 Tage nach der Entdeckung weiter eingesetzt werden. TAM bestreitet, das dieser Defekt in dem Unglück eine Rolle gespielt hat. Der Pilot des Airbus soll sich bereits am Vortag über die sehr rutschige Landebahn beschwert haben.
Quelle: aero.de
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