"Du kannst so rasch sinken, daß du zu fliegen meinst."
Marie von Ebner-Eschenbach

In der Luft auseinander gebrochen

Der als Erdumrundungsflug geplante Flug 911 der British Overseas Airways Corporation (BOAC) gehörte zu einem von insgesamt fünf schweren Flugzeugunglücken in Japan im Jahre 1966. Als die Boeing 707 mit der Registriernummer G-APFE den Flughafen von Tokio verlies, rollte sie noch an den rauchenden Trümmern einer DC-8 der Canadian Pacific Airlines, die zuvor auf der Landebahn in Flammen aufging, vorbei. Stunden später zerbrach Flug 911 nahe des Fuji während starker Turbulenzen in der Luft.

Flugkapitän Bernard Dobson startete gegen 13.30 Uhr von Tokyo aus nach Hong Kong. Während tags zuvor die Maschine aufgrund von schlechtem Wetter umgeleitet werden mußte, war die Sicht vor dem Start diesmal außergeöhnlich klar und es herrschten eigentlich gute Wetterbedingungen. Ein idealer Moment um seinen 113 Passagieren einen guten Blick auf den Fuji – mit 3776m Japans höchster Berg – zu bieten und so bat Dobson kurz vor dem Start um die Genehmigung die geplante Route abändern zu dürfen.

Die Boeing 707 näherte sich von Südwest auf einer Flughöhe von knapp 5200m dem Fuji, drehte dann auf Nordwest und ging in einen leichten Sinkflug über. Während dieses Flugmanövers geriet das Flugzeug in schwere sogenannte ‘Clean Air Turbulences (CAT)’ – diese treten vermehrt in der Nähe des Jet Streams oder auch in der Nähe von Bergen zumeist in 7.000-10.000m Höhe auf – und wurde zudem von sogenannten Leewellen getroffen. Flug 911 hatte diesen Kräften nichts entgegenzusetzen und zerbrach aufgrund eines kompletten Strukturversagens in der Luft – die Einzelteile die zu Boden gingen hinterließen ein 16 km langes Trümmerfeld.

Auch andere Maschinen hatten in dieser Gegend mit schweren Turbulenzen zu kämpfen, darunter auch eine A-4 Skyhawk der US Navy die kurz nach dem Unglück aufstiegt, um das Wrack zu suchen. Die Crew entkam nur knapp dem Tod, der Beschleunigungsmesser zeigte Werte zwischen +9 und -4 G an.

Alle Insassen an Bord von Flug 911 starben, darunter auch 75 Angehörige einer amerikanischen Reisegruppe: 26 Ehepaare die sich in dieser Gruppe befanden, hinterließen 63 Kinder als Waisen. Die Produzenten des damals aktuellen James Bond Films “Man lebt nur zweimal” hatten Glück: Sie sagten kurz vor Reiseantritt Ihren Flug ab.

Quellen: pilotfriend.com, wikipedia.de

Diese Unglück wird auch in folgenden Büchern behandelt:

Air Disasters: 1 (Air Disaster)   Air Disasters: 1 (Air Disaster)
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