"Fliegen ist nicht gefährlich, Abstürzen dagegen schon."
Unbekannt

Geisterflüge

Im März 2007 sorgte folgende Meldung für Aufregung: British Mediterranean Airways fliegt vom walisischen Cardiff sechs mal in der Woche nach London Heathrow , allerdings handelt es sich dabei nicht um reguläre Linienflüge. Die 124 Sitzplätze des A320 bleiben unbesetzt, ein Ticketverkauf findet nicht statt und auch auf den Anzeigetafeln vom Flughafen in Heathrow wird dieser Flug nicht aufgeführt. Klingt nicht nur im Zuge der aktuellen Debatten um den Klimawandel obstrus?

Die Lösung für das auf ersten Blick nicht nachvollziehbare Handeln der Betreiber ist einfach: British Mediterranean Airways hat Angst die begehrten Flughafen-Slots für seine Maschinen in Heathrow zu verlieren und nur regelmäßiger Flugbetrieb sichert der Gesellschaft weiterhin den aktuellen Bestand. Früher fanden noch Flüge nach Usbekistan statt, diese wurden aufgrund mangelnder Nachfrage eingestellt. Laut CEO David Richardson gibt es für die Flüge von Cardiff auch keine Nachfrage und so fliegt der Airbus sechs mal in der Woche leer hin und auch leer wieder zurück. Die Fluggesellschaft läßt sich diesen Spass einiges kosten: Der Betrieb des Airbus kostet monatlich 600.000 US Dollar, für jeden Flug fallen Kerosinkosten in Höhe von 5.000 US Dollar an. Für British Mediterranean Airways aber immer noch ein lohnendes Unterfangen: Die raren Slots werden mit bis zu 20 Millionen US Dollar gehandelt …

Das was sich für die Fluggesellschaft wirtschaftlich rechnet, treibt Umweltschützer auf die Barrikaden: Pro Flug werden ca. fünf Tonnen CO2 ausgestossen. Laut CEO Richardson wurden die Flüge noch bis April 2007 fortgesetzt und dann durch reguläre Passagierflüge ersetzt.